Fälle aus der Praxis

Raus aus dem tiefen Tal

Frau G., gelernte Drogistin und Bürokauffrau, hatte 19 Jahre in einer Apotheke bis Ende 2015 gearbeitet. In jenem Jahr seien erstmals psychische Belastungen aufgetreten, die sich verschlimmerten und Anfang 2017 in einem Nervenzusammenbruch endeten. Sie habe zwar psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen, diese jedoch immer wieder ausgesetzt. Im Zuge der Erstberatung bei fit2work berichtete Frau G. auch von einer Bandscheiben-Operation 2009.

Mit Frau G. wurde eine umfassende arbeitsmedizinische und arbeitspsychologische Abklärung im Rahmen eines großen Basischecks durchgeführt. Als Empfehlungen ergaben sich die Anbahnung einer Psychotherapie, einer ambulanten seelischen REHA, von Bewegungstraining und Ernährungsberatung.

Im nachfolgenden Beratungsprozess wurde Frau G. zuerst an psychotherapeutische Unterstützung angebunden; zudem nahm sie regelmäßige Facharzttermine bei einem Psychiater wahr. Nach erfolgter seelischer Rehabilitation im Zentrum Leopoldau wurde zur weiteren Stabilisierung die REHA-Phase 3 beantragt. Zusätzlich erhielt Frau G. Informationen zu passenden Angeboten zu Bewegungstraining und Ernährungsberatung in Wien. Im Abschlussgespräch des Case-Managements berichtete Frau G., dass sie nun regelmäßig Bewegung mache, schwimmen gehe und sich einen Hometrainer angeschafft habe. Auch die REHA-Phase 3 sei bereits bewilligt worden. Sie fühle sich nun gesundheitlich wieder sehr gestärkt, zuversichtlich und sei bereits wieder auf Jobsuche.

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Warum nicht Wiedereingliederungsteilzeit?

Frau M. hatte 15 Jahre als Chemielabortechnikerin gearbeitet und wechselte im Herbst 2016 aus gesundheitlichen Gründen in derselben Firma ins Büro. Wegen ihrer gesundheitlichen Problemstellungen wandte sie sich zwecks Beratung an fit2work. Im Erstgespräch berichtete Frau M. über Probleme im Knie- und Hüftgelenk, Bronchitis und einer Erschöpfungsdepression. Wegen dieser Probleme sei sie schon einige Zeit im Krankenstand. Sie würde sich einen belastungsangepassten Wiedereinstieg mit weniger Arbeitssunden wünschen.

Die fit2work-Case-Managerin informierte Frau M. über die seit 01.07.2017 bestehende Möglichkeit zu Wiedereingliederungsteilzeit, wo sie bei einer Stundenreduktion neben ihrem aliquoten Entgelt seitens der Krankenkasse Wiedereingliederungsgeld bekommen würde und so finanzielle Einbußen gering halten könne. Die Kundin nahm Kontakt mit ihrem Dienstgeber auf, der sich für diese Möglichkeit offen zeigte.

Zusätzlich wurde Frau M. im Vorfeld zu regelmäßiger Psychotherapie motiviert und über die Angebote des Gesundheitszentrums Andreasgasse informiert. Nach Durchführung einer Knie-Operation und Beendigung der REHA konnten in einem Gespräch zwischen der Case-Managerin, Frau M. und ihrem Dienstgeber die Rahmenbedingungen zur Wiedereingliederungsteilzeit abgeklärt und nach einer arbeitsmedizinischen Untersuchung seitens der Arbeitsmedizinerin auch befürwortet werden.

Nach Bewilligung durch die GKK und Abschreibung vom Krankenstand konnte Frau M. ein 20-Stunden-Dienstverhältnis vorerst auf 6 Monate in ihrer vorhergehenden Tätigkeit beginnen. In einem späteren Feedback berichtete Frau M., dass es ihr gut gehe, sie weiterhin Psychotherapie in Anspruch nehme, durch die Reduktion mehr Energie habe, und die frei gewordene Zeit für Gesundheit, Sport und Physiotherapie nutzen könne. Sie sei zuversichtlich, nach Ende der Wiedereingliederungsteilzeit wieder in Vollzeit tätig werden zu können.

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Niemals aufgeben

Bis 2014 hatte Herr P. durchgehend im Verkauf und im Transportwesen gearbeitet, ehe er wegen zunehmender Rückenschmerzen seine Tätigkeit aufgeben musste. Erst 2015 wurde eine seltene, angeborene Krankheit diagnostiziert, deren Medikation Herrn P. abhängig machte, sodass ein stationärer Entzug geboten war. Dies erzählte Herr P. in der Erstberatung bei fit2work.

Nach gesundheitlicher Abklärung im Rahmen eines großen Basischecks erwies sich die gesundheitliche Stabilisierung als vorrangiges Thema. Danach sei eine Tätigkeit als Elektrotechniker arbeitsmedizinisch denkbar. Die Case-Managerin riet Herrn P., wiederum ein fachärztliches-orthopädisches Setting in Anspruch zu nehmen, was er auch durchführte. Bezüglich der Schmerzen wurde er an eine multimodale Schmerztherapie angebunden, ebenso nahm er an einer BÖP-Gruppentherapie zum Thema „Schmerz“ teil. Ein Feststellungsverfahren beim Sozialministeriumservice wurde eingeleitet, ein Antrag für ambulante neurologische Rehabilitation gestellt. Durch diese und weitere gesundheitsfördernde Maßnahmen konnte Herr P. eine deutliche Steigerung der Lebensqualität erreichen; er berichtete zuletzt, nun einen guten Umgang mit den chronischen Schmerzen erlernt zu haben. Auch sei er nun dafür sensibilisiert, langfristige Unterstützungsangebote sowohl im medizinischen als auch im psychosozialen Bereich in Anspruch zu nehmen, manchmal brauche es Monate, bis Ergebnisse sichtbar würden, dies wisse er nun sehr gut.

In Hinblick auf die beruflichen Perspektiven riet die Case-Managerin zur Inanspruchnahme eines AMS-REHA-Coaches, bei dem Herr P. auch intensive Unterstützung gefunden hat. Das mit der fit2work-Case-Managerin erarbeitete Berufsfeld „Elektrotechniker“ wurde intensiv analysiert; Herr P. meldete sich in Folge an der HTL für Elektrotechnik an. Ab Herbst 2018 wird er mit der dreijährigen Ausbildung beginnen, das AMS unterstützt die Ausbildungszeit mit einer Deckelung des Lebensunterhaltes und Herr P. freut sich schon auf einen guten Start im September.

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  (zuletzt aktualisiert: 4. Quartal 2017)