Fälle aus der Praxis

Durch Qualifizierung zum beruflichen Erfolg

Herr L. ca. 25 Jahre alt, gelernter Metallfacharbeiter, seit längerer Zeit im Krankenstand, nahm auf Empfehlung des AMS-Beraters eine Erstberatung bei fit2work in Anspruch. Er erklärte, dass ihm bei seiner letzten Tätigkeit im Metall-/Elektrobereich klar geworden sei, dass aufgrund seiner körperlichen Gebrechen des Bewegungsapparats (v.a. die Füße betreffend), welche seit Teenagerzeiten bestanden und trotz bereits erfolgter Operationen und medizinischer/therapeutischer Behandlungen immer wieder Schmerzen bereiteten und zu großen Einschränkungen sowie weiteren Operationen inklusive Implantateinsetzung führten, der Verbleib im erlernten Berufsfeld langfristig ohne weitere gesundheitliche Verschlechterung, welche sich in zahlreichen Krankenständen zeigte, nicht realistisch erscheint, u.a. auch wegen des teilweise doch hohen Gefahrenpotentials, besonders im zuletzt ausgeübten Beruf, welcher Tritt- sowie Höhensicherheit erforderte, was er aktuell nicht gewährleisten konnte.

Im Beratungsgespräch wurden verschiedene Möglichkeiten der beruflichen Umschulung thematisiert, was sich anfangs als schwierig erwies, weil Herr L. grundsätzlich im erlernten technisch-handwerklichen Tätigkeitsbereich, welchem in all den unterschiedlichen Berufsfeldern dennoch ein ähnlich hohes körperliches Belastungsvermögen zu Grunde liegt, bleiben wollte. Dieser Umstand führte zur Idee, die körperlichen Belastungen in der gewünschten bekannten Berufssparte mittels einer Höherqualifizierung zu minimieren und sich künftig mehr auf die Planung und Koordination sowie verantwortungsvolle Führung, als auf die handwerkliche Durchführung von Aufträgen zu konzentrieren, was sich Herr L. gut vorstellen konnte. Es wurde ein arbeitsmedizinischer Basischeck durchgeführt, welcher die Realisierbarkeit der beruflichen Idee aus arbeitsmedizinischen Gesichtspunkten abklären sollte. Nachdem der Arbeitsmediziner das Vorhaben positiv einschätzte und das subjektive Empfinden des Kunden, den Ursprungsberuf als Facharbeiter nicht mehr durchführen zu können, teilte, wurde, nachdem Herr L. begeistert von der erarbeiteten Idee selbständig nach Ausbildungsmöglichkeiten recherchierte, im Rahmen einer fit2work Intensivberatung nach finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten gesucht und ein Antrag bei der PVA auf berufliche Rehamaßnahmen gestellt. Einer die Dringlichkeit wahrnehmende und entsprechend rasche Bearbeitungsweise der PVA-MitarbeiterInnen ist es schließlich zu verdanken, dass der in der Zwischenzeit oberflächlich aufgestellte Eigenfinanzierungsplan nicht detaillierter ausgeführt werden musste und sich Herr L. nur wenige Wochen später in vollfinanzierter Umschulung zum höher qualifizierten Metallfacharbeiter befindet und zufrieden in die berufliche Zukunft blickt.

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Durch professionelle Unterstützung zu wiedererlangter beruflicher Sicherheit und persönlicher Stärkung

Frau E. wandte sich in einer Phase extremer privater und familiärer Veränderung sowie beruflicher Ungewissheit zur Beratung an fit2work. Seit knapp 10 Jahren arbeitete sie als Quereinsteigerin nach glücklicher und erfolgreicher Kindererziehung und Familienarbeit im Dienstleistungsbereich. Mit dem Auftreten familiärer, v.a. partnerschaftlicher Probleme und einhergehender vorläufiger Trennung kam es neben finanziellen Schwierigkeiten/Unsicherheiten auch zu beruflichen Belastungen.

Ging Frau E. bisher gerne und engagiert zur Arbeit und war beliebt bei KundInnen und KollegInnen, fing sie an, „sich zur Arbeit hinzuzwingen“, war weniger konzentriert, zunehmend vergesslich, unmotiviert und desinteressiert, oberflächlich und wenig aussagekräftig in den Beratungen und v.a. froh, wenn sie wieder nachhause gehen konnte, was zu Beschwerden seitens der KundInnen, KollegInnen und schließlich Vorgesetzten führte. Die Beweggründe erschienen für die fit2work Case-Managerin genauso verständlich wie ein mangelhaftes „Auffangnetz“ für Frau E. geschaffen werden musste, um mit der Trennung, dem Ohnmachtsgefühl und den einhergehenden Kränkungen umgehen zu können. Durch den arbeitspsychologischen Basischeck wurde die Dringlichkeit von unterstützenden Maßnahmen auch Frau E. bewusst, da die Ergebnisse für bereits bestehende klinisch-relevante Auffälligkeiten sprachen, welche behandelt werden sollten, besonders auch im Hinblick auf den Erhalt der Arbeitsfähigkeit, was für Frau E. neben dem Wunsch nach persönlicher Stärkung und dem Erlernen von Coping-Strategien besonders essentiell erschien, da der Arbeitsplatz inkl. dem Arbeitsumfeld trotz momentaner Belastung einen (letzten) Fixpunkt in ihrem Leben darstellt, den sie nicht verlieren wollte. Im fit2work Case-Management konnte Frau E., mit welcher engmaschiger Kontakt gehalten werden konnte, an einen niedergelassenen Facharzt empfohlen werden, um ggf. aufgrund bereits beginnender körperlicher Auswirkungen (Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafprobleme, Verdauungsschwierigkeiten) eine medikamentöse Therapie zu starten. Zeitgleich wurde an einem klinisch-psychologischen bzw. psychotherapeutischen Netzwerk gearbeitet und Frau E. konnte sowohl in eine Einzel- als auch in eine Gruppenbehandlung überführt werden. Beide stellten anfangs große Überwindungen für Frau E. dar, welche es nicht gewohnt war, über ihre Probleme/Wünsche/Ansichten zu reden und Schamgefühle hatte. Zudem erwiesen sich die therapeutischen Maßnahmen als Anstrengung und ließen sie teilweise noch tiefer ins Grübeln verfallen. Jedoch konnte Frau E. im begleitenden Case-Management im angetretenen Weg bestärkt und zum Weitergehen ermutigt werden. Schließlich holte sie im Laufe der Zeit selbständig auch rechtliche Informationen ein und knüpfte mit einer zusätzlichen familienspezifischen Beratung Kontakt. Je mehr Unterstützung und Informationen Frau E. hatte, desto besser ging es ihr. Sie konnte die familiären Schwierigkeiten zwar (noch) nicht zum Positiven wenden, jedoch einen guten, tragbaren Umgang damit finden und sich in ihren Wertvorstellungen und Haltungen bekräftigen lassen sowie die Angst vor der Zukunft ein Stück weit ablegen. Im Arbeitsleben konnte sie sich und ihre Position durch die persönliche Stärkung, besonders durch das Erleben und Zulassen von Unterstützung, festigen und auch dadurch wieder ein Stück Sicherheit gewinnen sowie die positiven Rückmeldungen der KundInnen, KollegInnen und auch Vorgesetzten genießen.

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Alles braucht seine Zeit

Frau S., 43 Jahre, war seit zwei Wochen arbeitslos, als sie im August 2017 die Empfehlung des AMS, eine Beratung bei fit2work in Anspruch zu nehmen, annahm. Zu dieser Zeit litt sie unter Migräne und Panikattacken und hatte Angst vor Menschenansammlungen, was bis dahin weder abgeklärt noch behandelt worden war. Bei der Erstberatung zeigte sie sich beruflich orientierungs- und perspektivenlos und äußerte die Befürchtung, nie wieder arbeiten zu können.

Aufgrund ihrer körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen hatte sie wiederholt Schwierigkeiten, dauerhaft einer Tätigkeit nachzugehen. 2016 wurde versucht, über AMS-Maßnahmen eine Berufsorientierung einzuleiten, die sie abgebrochen hatte, da sie mit der Gruppensituation überfordert gewesen war. 2007 hatte sie zwei Schlaganfälle, 2015 zwei Bandscheibenvorfälle, jeweils mit OP. In der ersten Phase des Casemanagementprozesses wurde eine psychotherapeutische Anbindung über den BÖP und eine Abklärung durch einen Facharzt für Psychiatrie eingeleitet.
Beruflich konnte sie sich zu dieser Zeit nicht vorstellen, das Haus zu verlassen, um zur Arbeit zu gehen. Ganz behutsam wurden in den ersten Gesprächen neue Impulse und Gedanken zu alternativen beruflichen Möglichkeiten aufgezeigt, die sie zu Beginn nur schwer annehmen konnte. Nach ca. vier Monaten wurden erste positive Veränderungen beobachtet. Frau S. wirkte viel fröhlicher und stabiler. Nun konnte die zweite Phase eingeleitet werden. Ab diesem Zeitpunkt konnte im Casemanagementprozess aktiv und stärker auf Berufsorientierung und Bewerbungsverfahren eingegangen werden. So nahm sie auch ein externes Angebot der amg-bildungsinfo an. Dort und bei den fit2work-Beratungen wurde viel über ihre Fähigkeiten, Stärken und persönliche Rahmenbedingungen gesprochen, damit sie sich ein gutes, klareres Bild von zukünftigen infrage kommenden Tätigkeitsfeldern machen konnte. Nach acht Monaten psychischer Stabilisierung, Berufsorientierung und Bewerbungsphase konnte sie eine Stelle in der Küche eines großen Einrichtungshauses finden. Dort wurde ihr aufgrund ihres in den vergangenen Monaten erarbeiteten neuen Selbstbewusstseins die Chance geboten, bald zur Küchenstellvertreterin aufzusteigen und größere Verantwortung zu übernehmen. Dieses Angebot ängstigte sie nicht mehr, sondern motivierte sie und erfüllte sie mit Stolz.

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(zuletzt aktualisiert: 3. Quartal 2018)