Fälle aus der Praxis

Berufswechsel als neue Chance

Frau A. (43 Jahre, gelernte Bürokauffrau) kam während ihres Langzeitkrankenstandes im Sommer, in die Beratung von fit2work, nachdem sie ein Schreiben der OÖGKK erhalten hatte. Sie wollte ihre Situation und auch ihre berufliche Perspektiven im Hinblick auf die gesundheitliche Problematik besprechen. Durch die Bandscheibenvorfälle im Hals- und Lendenwirbelbereich, den Abnützungen in den Knien und Schultern, sowie ihrer Arthrose und einem diagnostizierten Morbus Scheuermann, war sie mehr als skeptisch, in ihren vor dem Krankenstand ausgeübten Beruf im Einzelhandel, zurückkehren zu können. Frau A. berichtete, aufgrund der andauernden Schmerzen und den beruflichen Sorgen, bereits psychische Probleme zu haben. Sie dachte ständig über ihre Situation nach und wie sie ihre Zukunft bewerkstelligen könnte. Ihre sozialen Kontakte hatte Frau A. bereits eingeschränkt und erhoffte sich nun Unterstützung durch fit2work.

Seitens fit2work wurde sowohl eine arbeitspsychologische, als auch eine arbeitsmedizinische Abklärung eingeleitet. Die Ergebnisse flossen in die gemeinsame Besprechung mit Frau A., für die weitere Vorgehensweise, mit ein. Es wurde seitens der Medizin eine Psychotherapie empfohlen, um in Form von Gesprächen eine Strategie im Umgang mit den Schmerzen und in weiterer Folge im Umgang mit den sozialen Herausforderungen zu finden. Eine weitere Empfehlung bezog sich auf eine berufliche Umschulung. Für die körperlichen Beschwerden wurde Frau A. zusätzlich eine Physiotherapie angeraten. Gezielte Übungen führten zu einer deutlichen Besserung und Frau A. fühlte sich nach den Gesprächen mit der Psychologin ihrer Situation wieder gewachsen. Sie erzählte dem Casemanager von ihrem langgehegten Wunsch, als Ordinationsassistentin arbeiten zu wollen. Das entsprach, von der Tätigkeit her, ihrem erlernten Grundberuf als Bürokauffrau. Frau A. hatte Kontakt mit einem Arzt, der sich vorstellen konnte, sie in seiner Ordination einzusetzen. Als weiterer Schritt erfolgte, in Zusammenarbeit mit dem AMS, eine Realisierung der Qualifizierung zur Ordinationsassistentin über ein Ausbildungsangebot. Frau A. wirkte sichtlich erleichtert und berichtete im Winter 2018, dass ihr der neue Job sehr gut gefiele und sie sehr zufrieden sei und sie nun wieder optimistisch in die Zukunft blicken könne.

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Trotz auftretender körperlichen Beschwerden - Verbleib im Betrieb

Aufgrund einer Hüftarthrose und ständigen Schmerzen im LWS- und BWS Bereich suchte Herr C. (38 Jahre, Fleischhauer) fit2work auf. Seit Oktober 2010 arbeitete Herr C. als Fleischhauer, war sich aber sicher, dass er diesen Beruf mit seinen Beschwerden nicht mehr lange ausüben könnte. Bei der Beratung im Herbst 2018, erhoffte er sich Unterstützung bei einer möglichen internen beruflichen Veränderung und bei seiner gesundheitlichen Problematik. Seine gesundheitliche Situation belastete ihn sehr. Herr C. war außerdem vor kurzem Vater geworden und sein Wunsch war in Elternkarenz zu gehen, er hatte aber Bedenken in Bezug auf die Reaktion seines Vorgesetzten. Zu den ständigen Schmerzen, die zeitweise zu Bewegungseinschränkungen und in den letzten Jahren stetig zu einer Verschlechterung der gesundheitlichen Situation führten, kam noch die finanzielle Sorge dazu.

 

Die durch fit2work eingeleitete arbeitsmedizinische Begutachtung ergab, dass eine Physiotherapie und eine Begleitung durch den Facharzt weiterhin sehr empfehlenswert seien. Aufgrund der gravierenden Hüftproblematik wurde während der Beratung ein OP Termin mit anschließender REHA unumgänglich. Da Herr C. nach der Rehamaßnahme gerne im Betrieb weiterarbeiten wollte, wurde als weiterer Schritt, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsassistenz, ein Gespräch mit dem Vorgesetzten initiiert. In diesem Gespräch wurde eine berufliche Veränderung innerhalb der Firma besprochen und die anstehende Elternkarenz thematisiert. Der mögliche interne Arbeitsplatzwechsel wird erst im Anschluss an die OP und die REHA unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes definitiv geklärt werden können und in einem weiteren Schritt mit Herrn C. vereinbart. Herr C. kann sich nun über die neu gewonnene Perspektive im Betrieb verbleiben zu können und auf seine 2-monatige Elternkarenz freuen.

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Erfolgreicher Weg zu neuen beruflichen Perspektiven

Frau R. (45 Jahre) war zum Zeitpunkt der Beratungsaufnahme bei fit2work, arbeitssuchend vorgemerkt. Sie berichtete, zwei Berufe erlernt zu haben, jenen zur technischen Zeichnerin und jenen zur Kommunikationstechnikerin. Beruflich hatte Frau R. in diesen Bereichen jedoch nur sehr wenig Erfahrung. Sie arbeitete zuletzt als Kellnerin und Verkäuferin, mit oftmaligen Unterbrechungen der jeweiligen Arbeitsverhältnisse. Frau R. erwähnte auch, Pflegemutter eines 18-jährigen Kindes zu sein und sie fühle sich mit der Verantwortung oft überfordert. Weiters erzählte sie von ihrer Unzufriedenheit, ihrer Schlaflosigkeit, ihrem Herzrasen, der Antriebslosigkeit und der Sorge, nicht allen Anforderungen gerecht zu werden. Dies erschwere es ihr, dauerhaft in einem Job zu bleiben oder generell eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Um einen fundierten Plan zu erstellen und mögliche weitere Schritte zu initiieren, wurde eine Abklärung durch die Arbeitspsychologie eingeleitet.

Die Empfehlung aus der Abklärung lautete, dass eine tagesstrukturierte Maßnahme zur Stabilisierung der psychischen Verfassung und zur nachhaltigen Erarbeitung beruflicher Perspektiven, zielführend wäre. Mit Zustimmung von Frau R. wurde gemeinsam mit dem AMS die Teilnahme an einem geförderten Angebot in die Wege geleitet und ein Einstiegstermin vereinbart. Für eine professionelle Begleitung im Umgang mit der Situation und der Verantwortung als Pflegemutter, wurde Frau R. die Inanspruchnahme einer Einzelpsychotherapie nahegelegt und angeregt, dass sich Frau R. Unterstützung durch den Verein „Alleinerziehend“ und „Caritas – Hilfe für pflegende Angehörige“ holen könne. Frau R´s Zustand stabilisierte und verbesserte sich bereits während der Beratung durch fit2work zusehends. Die Aussicht auf ein Angebot in dem Frau R. sich in Ruhe auf eine berufliche Orientierung konzentrieren könne und die therapeutische Begleitung über einen längeren Zeitraum, gaben ihr die Zuversicht, ihre berufliche Laufbahn selbst bestimmen zu können und insgesamt gestärkt in die Zukunft blicken zu können.

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Beruflicher Wiedereinstieg durch Stabilisierung im Arbeitstraining

Frau C. wandte sich auf Empfehlung des AMS an fit 2work. In der Erstberatung schilderte Frau C. der Casemanagerin, dass ihre Angst, ihren Job nicht mehr zu schaffen, sie schlecht schlafen ließ und diese Angst mit Schweißausbrüchen und Atemnot einherging. Frau C. arbeitete vor ihrer Arbeitslosigkeit über 10 Jahre als Reinigungskraft und fühlte sich bei Beratungsbeginn nicht mehr in der Lage, ihren zuletzt ausgeübten Beruf in gewohnter Weise nachzukommen. Besonders der Zeitdruck und die Angst in ihrem Job zu versagen machten ihr große Sorgen.

Um die Belastungsgrenze von Frau C. abzuklären, wurde die Arbeitspsychologie involviert. Auf Grund der Ergebnisse der arbeitspsychologischen Untersuchung, wurde Frau C. eine psychologische Therapie und ein behutsamer Wiedereinstieg in das Berufsleben empfohlen. Im Gespräch mit Frau C. wurde eine Arbeitsaufnahme in einem Arbeitstrainingszentrum angeregt und erste Schritte in die Wege geleitet. Frau C. nahm die Empfehlung zur Psychotherapie gerne an und vereinbarte sich Einzelstunden und überlegte auch, eine Begleitung in einer psychotherapeutischen Gruppe wahrzunehmen. In einem weiteren Gespräch im Dezember, informierte die Casemanagerin Frau C. über ein Freizeitangebot der pro mente, welches Frau C. nutzen könne, um soziale Kontakte zu pflegen und aufzubauen. Frau C. berichtete, dass sie bereits viel ruhiger geworden sei und die Angebote ihr sehr geholfen hätten. Die Aussicht auf einen langsamen Wiedereinstieg in das Berufsleben im ATZ, mache ihr Hoffnung, gesundheitlich so stabil zu werden, um wieder langfristig einem Beruf nachgehen zu können.

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Wiedereingliederungsteilzeit, im ersten Monat nach Arbeitsantritt, half den Job zu behalten

Herr S. arbeitete seit 2006 bis zum Beginn seines Krankenstandes im Oktober 2018 als Jugendbetreuer. Nach dem Krankenstand und der psychiatrischen REHA, begann Herr S., trotz des Gefühls der Arbeit noch nicht wieder ganz gewachsen zu sein, zu arbeiten. Bereits nach der ersten Arbeitswoche kontaktierte Herr S. fit2work und vereinbarte sich einen Gesprächstermin. Er berichtete von seinem Gefühl der Überforderung und der großen Anstrengung, im vollen Stundenausmaß zu arbeiten. Herr S. wollte seinen Arbeitsplatz gerne behalten, wusste aber nicht, ob eine Wiedereingliederungsteilzeit noch eine Möglichkeit für ihn wäre.

Um die gesundheitlichen Belastungsgrenzen zu definieren, wurde Herrn S. eine arbeitsmedizinische Abklärung empfohlen, die Herr S. bereitwillig in Anspruch nahm. Aus der Stellungnahme der Medizin ging hervor, dass eine Wiedereingliederung mit schrittweiser Stundenerhöhung als sinnvoll erachtet wurde. In weiterer Folge wurde mit Herrn S. ein Wiedereingliederungsplan und eine Wiedereingliederungsvereinbarung erstellt, die für das nächste halbe Jahr einen sanften Wiedereinstieg bis zum vollen Stundenausmaß vorsah. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber wurden noch offenen Fragen beantwortet und Herr S. konnte nach der Genehmigung durch den Sozialversicherungsträger die Wiedereingliederungsteilzeit beginnen. Herr S. bedankte sich bei fit2work für die Unterstützung, in seinen Traumjob zurückkehren zu können.

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(zuletzt aktualisiert: 1.Quartal 2019)