Fälle aus der Praxis

Fälle aus der Personenberatung:

Verbleib im Betrieb trotz auftretender körperlichen Beschwerden

Herr C. (38), Fleischhauer, suchte fit2work aufgrund einer Hüftarthrose und ständiger Schmerzen im Lenden- und Brust­wirbelbereich auf. Zum Zeitpunkt der Beratung befand sich Herr C. noch in Beschäftigung, war aber sicher, dass er seinen Beruf mit diesen Beschwerden nicht mehr lange ausüben könne. Er erhoffte sich Unterstützung bei einer möglichen internen beruflichen Veränderung und bei seiner gesundheitlichen Problematik.

Außerdem war Herr C. vor Kurzem Vater geworden und wünschte sich, in Eltern­karenz gehen zu können, hatte aber Angst vor der Reaktion seines Vorgesetzten. Zur stetigen Verschlechterung der gesundheitlichen Situation, die in den letzten Jahren zu ständigen Schmerzen und zeitweiligen Bewegungseinschränkungen führte, kamen noch finanzielle Probleme hinzu.

 

Die durch fit2work eingeleitete arbeitsmedizinische Abklärung im Rahmen des Basischecks ergab, dass eine Physiotherapie und eine Begleitung durch den Facharzt für Orthopädie sehr empfehlenswert seien. Aufgrund der gravierenden Hüftproblematik wurde während der Beratungsphase eine Operation mit anschließender stationärer Rehabilitation unumgänglich.

 

Da Herr C. nach der Rehabilitation gerne weiter im Betrieb arbeiten wollte, wurde als weiterer Schritt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsassistenz ein Gespräch mit dem Vorgesetzten initiiert. Bei diesem Termin wurde eine berufliche Veränderung innerhalb des Unternehmens besprochen und die anstehende Elternkarenz thematisiert. Der interne Arbeitsplatzwechsel wird erst im Anschluss an Operation und Rehabilitation unter Berücksichtigung des künftigen Gesundheits­zustandes endgültig geklärt werden können. Herr C. freut sich aber schon jetzt über die neu gewonnene Perspektive, im Betrieb bleiben zu können, und auf seine zweimonatige Elternkarenz.

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Neu durchgestartet als selbstständige Versicherungskauffrau

Frau B. (43), gelernte Versicherungs­kauffrau und Alleinerzieherin, fühlte sich in ihrem Job zunehmend überlastet, was sich negativ auf ihren psychischen Zustand auswirkte und schlussendlich zu einem längeren Krankenstand führte, während dessen sie vom Arbeitgeber gekündigt wurde. Nach Empfehlungen aus ihrem Bekanntenkreis nahm Frau B. über die Hotline mit fit2work Kontakt auf und vereinbarte einen Termin zur Erstberatung.

Aufgrund ihrer Problemlagen wurde die Durchführung eines kleinen arbeitspsychologischen Basischecks sowie im Anschluss daran die Einleitung einer Intensivberatung mit der Kundin vereinbart. Der Basischeck ergab, dass sich – unter anderem aufgrund des steigenden Drucks im Vertriebsbereich – bei Frau B. ein Überforderungssyndrom mit begleitender Angststörung manifestierte. Im Zuge des Basischecks wurden die Einleitung von gesundheitsfördernden Maßnahmen, regelmäßige physio­thera­peutische Behandlung, die Einleitung einer multimodalen Schmerztherapie und ein entsprechendes belastungsangepasstes Bewegungsprogramm besprochen.

 

Bei weiteren Gesprächen äußerte Frau B. den Wunsch, auf selbstständiger Basis wieder im erlernten Beruf tätig zu werden. Sie hatte bereits die erforderliche Prüfung zur Versicherungsmaklerin abgelegt. In Absprache mit der zuständigen Regionalen Geschäftsstelle des AMS konnte Frau B. als Teilnehmerin in das Unternehmensgründungsprogramm eintreten, welches ihr unterstützend beim Aufbau der Selbstständigkeit zur Seite stand.

 

Die Kundin war über den gesamten Beratungsverlauf äußerst motiviert und bemüht, sowohl die gemeinsam erarbeiteten Zielsetzungen als auch die Empfehlungen für die gesundheitsfördernden Maßnahmen aus dem Basischeck umzusetzen. Am Ende der fit2work-Beratung präsentierte sich Frau B. gesundheitlich deutlich stabilisiert und engagiert im Hinblick auf die unmittelbar bevorstehende Arbeit als selbstständige Versicherungsmaklerin.

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Rundum zufrieden durch berufliche Neuorientierung

Frau F. (30) kam auf Empfehlung des AMS zur fit2work-Beratung. Sie hatte in der Gastronomie gearbeitet, konnte aber aufgrund verschiedener gesundheitlicher Probleme diese Tätigkeit nicht mehr ausüben. Besonders das lange Stehen und Gehen sowie der Stress und der ständige Kundenkontakt mit gefor­derter Freundlichkeit bereiteten ihr Sorgen und Schmer­zen.

Zu den körperlichen Beschwerden, wie Gelenksschmerzen, Wirbel­säulen­problemen, Magen- und Darmproblemen und Kreislaufproblemen, kamen depressive Verstimmungen und übermäßiger Alkoholkonsum. Da Frau F. körperliche und psychische Belastungsfaktoren zu schaffen machten und um eine arbeitsmedizinische und arbeits­psychologische Einschätzung der Belastbarkeit zu erhalten, wurde ein großer Basischeck durchgeführt. Dieser ergab, dass eine Weiterbeschäftigung in der Gastronomie aufgrund von anhaltendem Stress, der ständigen Verfügbarkeit von Alkohol und der körperlichen Beanspruchung nicht ratsam sei.

Empfohlen wurden neben weiteren fachärztlichen Abklärungen eine psychologische Anbindung sowie eine Suchtberatung und schließlich eine berufliche Neuorientierung inklusive Umschulung. Während der Planung der weiteren medizinischen und beruflichen Maßnahmen ergab sich für Frau F. kurzfristig die Möglichkeit, an dem AMS-Programm „Frauen in Technik und Handwerk“ teilzunehmen. Dort konnte sie in neue Tätigkeitsfelder hineinschnuppern, sich mit Ausbildungen auf Lehrabschluss-Niveau auseinandersetzen sowie ihre bestehenden kognitiven Kompetenzen auffrischen und erweitern.

 

Im Rahmen eines Praktikums im handwerklich-praktischen Berufsbereich konnte Frau F. sich schließlich für die Aufnahme in eine vom AMS geförderte Lehrausbildung qualifizieren. Drei Monate später erklärte Frau F. beim fit2work-Feedback, sich in Ausbildung zu befinden. Zudem gab sie an, dass sie gesundheitlich – sowohl körperlich als auch psychisch – positive Veränderungen bemerke. Sie sei jetzt nicht mehr den „alten“ Belastungen ausgesetzt und fühle sich rundum wohl und zufrieden.

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Fälle aus der Betriebsberatung:

Werbeagentur mit zehn Beschäftigten

Die Unternehmensleitung sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollten gemeinsam eine Verbesserung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erreichen sowie relevante Handlungsfelder thematisieren und umsetzen. In der Einstiegsphase wurde eine Steuerungsgruppe mit der Geschäftsführung eingerichtet. Im Rahmen der Analysephase wurden Sensibilisierungs- und Gruppenmeetings zur Statuserhebung im Unternehmen abgehalten.

 

Die Ergebnisse wurden in der Reportingphase präsentiert und waren Grundlage für die Maßnahmenplanung. In der Interventionsphase wurden Workshops mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Basis des ,,Hauses der Arbeitsfähigkeit" zu Themen wie Stressprävention oder Teambuilding abgehalten und es gab Arbeitsentlastungsgespräche.

Das Unternehmen wurde während der Maßnahmenplanung und der Umsetzung begleitet. Dabei wurde ein Mitarbeiter als sogenannte ,,Vertrauensperson" als Ansprechpartner für die Kolleginnen und Kollegen zu Themen der Arbeitsfähigkeit (Erkrankungen, besondere Belastungen etc.) nominiert und über Angebote der fit2work Partner und weiterer Institutionen informiert.

 

Die AUVA wurde als fit2work Partner zu einem Gespräch bezüglich Arbeitsplatzgestaltung (Verbesserung der Sitzsituation) eingeladen. Die Evaluierungsphase zeigte, dass sowohl die Belegschaft als auch die Geschäftsführung des Unternehmens durch die umgesetzten Maßnahmen hinsichtlich Belastungsindikatoren sensibilisiert wurden und sie ihr Wissen in punkto Gesundheitsprävention erheblich verbessern konnten. Die nachhaltig sichtbaren Ergebnisse haben alle sehr positiv gestimmt.

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Forstbetrieb mit 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Unternehmen bietet bereits seit einigen Jahren verschiedenste Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements an.

 

Dazu gehören zum Beispiel

 

  • Betriebliche Gesundheitsförderung (z.B. Wirbelsäulengymnastik, Übungen am Arbeitsplatz, Vorträge und Seminare zu „Führung und Zusammenarbeit“ sowie „Gesundheit im Alter“, Vorsorgeuntersuchungen)
  • Durchgeführte Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz
  • Diverse Ausbildungen im Bereich Sicherheitsmanagement
  • Leitlinien zum Thema „Alkoholmissbrauch“, „gesundes Heben & Tragen“
  • Psychologisches Beratungsangebot für belastete Beschäftigte

Allerdings existierte in dem Forstbetrieb zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit fit2work weder eine systematisierte Vorgabe, wie mit Langzeitkrankenständen umzugehen ist, noch gab es eine kompetente Anlaufstelle für Betroffene innerhalb des Unternehmens.

 

Das Durchschnittsalter der Beschäftigten lag bei 43 Jahren. Mit Unterstützung der fit2work Betriebsberatung wurde eine Steuerungsgruppe aufgebaut, welcher der Forstmeister, der Betriebsrat, die Sicherheitsvertrauensperson, der vorhandene BGF-Beauftragte und die künftigen Eingliederungsbeauftragten angehören. Der Berater informierte und sensibilisierte die Belegschaft im Rahmen eines „Mitarbeitertages“ zum Ablauf von fit2work und begleitete die Geschäftsführung bei der systematischen Herangehensweise hinsichtlich der Wiedereingliederung von Beschäftigten nach längeren Krankenständen.

 

Die Eingliederungsbeauftragten wurden zu Themen wie Vertraulichkeit, Förder- und Unterstützungsangebote, Gesprächsführung mit Betroffenen im Wiedereingliederungsfall etc. geschult und bei der gesamten Belegschaft wurde eine Befragung mittels ABI+ durchgeführt. Bei Gesprächen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit gesundheitlicher Einschränkung stellte sich heraus, dass einige erhöhten Unterstützungsbedarf hatten. Exemplarisch resultierten daraus folgende Maßnahmen:

 

  • Einstufung zum/zur begünstigt Behinderten (ÖZIV & fit2work Personenberatung)
  • Belastungsplan über ein Arbeitsjahr (welche Arbeiten wann zu machen sind)
  • Arbeitszeitmodell über mehrere Jahre, ggfs. bis zur Altersteilzeit (nach Möglichkeit keine Arbeit im Winter)
  • Interne Aufschulungen (um schonendere Büroarbeit machen zu können)
  • Externe Fördermöglichkeiten (SMS Entgeltbeihilfe, Betriebsservice, PVA)
  • WIETZ (GKK & fit2work Personenberatung)
  • Abklärung Altersteilzeit (AMS) und hinsichtlich Pension (PVA)

 

Das Gesamtergebnis hinsichtlich der gesundheitlichen Arbeitsbewältigung zeigt in der Evaluierungsbefragung eine Verbesserung gegenüber der Erstbefragung. Auch haben sich Werte zur eigenen Kompetenz und emotionalen Belastungen stark verbessert.

 

An Hand der rund zwei Dutzend Eingliederungsfälle in allen Unternehmensbereichen österreichweit wurde eine Betriebsvereinbarung zum nachhaltigen „Betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement“ mit dem Unternehmen erarbeitet. Mit der Installierung und Schulung der Eingliederungsbeauftragten in allen Regionen wurde zusätzlich ermöglicht, dass das Unternehmen eigenständig und nachhaltig bei künftigen Fällen die richtigen Schnittstellen zu den Systempartnern kennt und nutzen kann. Eine Herausforderung war die Sensibilisierung der Belegschaft, was eine „belastete Person“ eigentlich ist und wie ihr dann Unterstützung über Eingliederungsbeauftragte gegeben werden kann.

 

Letztendlich hat es die umfassende Betreuung und Begleitung durch fit2work in Kooperation mit den unterschiedlichen Institutionen und Fördergebern ermöglicht, eine erfolgreiche und nachhaltige Implementierung eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements zu schaffen.

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Hotelbetrieb mit 220 Beschäftigten

In dem Unternehmen wurde die fit2work Betriebsberatung im Anschluss an die Evaluierung der psychischen Belastungen und des BGF-Zertifizierungsprozesses in Anspruch genommen und damit die dritte Säule des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (sekundär/tertiär Prävention) umgesetzt.

 

SpeisesaalNach der Einrichtung einer Steuergruppe (bestehend aus der Geschäftsführung, der HR-Managerin und dem Arbeitsmediziner) wurden die Führungskräfte der einzelnen Abteilungen im Rahmen eines lnformationsworkshops zum Thema Arbeitsbewältigungsfähigkeit sensibilisiert. Seitens des Arbeitsmediziners wurden Arbeitsbewältigungsgespräche durchgeführt. Die Befragung mittels ABI Plus erfolgte nach vorheriger Information der Belegschaft durch die Führungskräfte und in der firmeninternen Zeitung für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Die Maßnahmenplanung im Rahmen von fit2work konnte auf den Ergebnissen aus der Evaluierung psychischer Belastungen und des BGF Prozesses (beide Prozesse wurden ebenfalls mit einer Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgesetzt) aufbauen. Die bisher umgesetzten Maßnahmen wurden auf deren Wirksamkeit analysiert und reflektiert und es wurden neue Maßnahmen erarbeitet bzw. bestehende Maßnahmen adaptiert.

 

Im Unternehmen wurde ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) aufgebaut. Die Eingliederungsbeauftragte Person wurde entsprechend gecoacht und geschult. Das Unternehmen wurde über die Angebote der fit2work Vernetzungspartner sowie zu aktuellen Neuerungen (z.B. Wiedereingliederungsteilzeit) beraten. Die Information über die Ergebnisse und Maßnahmen erfolgte an die Führungskräfte und deren Stellvertreter in den einzelnen Abteilungen, die als Multiplikatoren das Ergebnis an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeleitet haben. Zusätzlich wurden die Ergebnisse in der internen Firmenzeitung dargestellt. Basierend auf den Ergebnissen einer Zweitbefragung wurde abschließend die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen überprüft.

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